IMHO: Surface Laptop / Surface Pro ohne USB Typ C – Ist okay für mich

In den letzten Wochen hat Microsoft zwei neue Produkte aus dem Surface-Universum vorgestellt: Das Surface Laptop und das (neue) Surface Pro.

Surface Laptop (Microsoft Pressebild)

Als bekennender Surface-Fan kam bei mir gleich das bekannt Haben-Wollen-Gefühl hoch (–> Haben ist besser als brauchen).

Mit Interesse habe ich dann auch in der Folge die Diskussionen um die Geräte verfolgt. Windows 10S beim Laptop – klar war ein Thema, aber geschenkt. Der hohe Preis der Geräte, vielleicht als Randthema.*

Hauptthema und Aufreger Nummer 1: Der fehlende USB Typ C – Port. Es gibt nur einen „alten“ USB3 – Typ A – Port. Und offensichtlich hat sich Microsoft ganz bewusst und recht spät gegen den Typ C-Port entschieden (in einem Promovideo für das Surface Laptop soll ein Typ C-Port zu sehen sein). Als ein Microsoft-Mann dann auch noch gesagt hatte, dass man sich gegen den neuen Anschluss entschieden hat, weil man die Zeit dafür noch nicht reif hielt, holla da hatte der Arsch aber Kirmes. Das gab Prügel.

Microsoft Surface Pro
Microsoft Surface Pro (Microsoft Pressebild)

Ein Typ C-Port mag die eierlegende Wollmichsau sein, eine Schnittstelle die in der Theorie alles kann und für alles alles geeignet ist. Stromversorgung, Datenübertragung, Videoanschluss. In der Praxis sieht es aber anders aus. Wir erinnern uns an das Debakel, dass Apple bei der Einführung der MacPro-Linie letztes Jahr erlebt hat. Nur noch vier USB-C-Ports, die alles können sollten und wo vieles nicht ging. Auf einmal merkt man, das USB-C nicht gleich USB-C sein muss. In diesem Zusammenhang sei auch auf diverse Artikel verwiesen, die das Chaos bei den Spezifikationen des neuen Anschlusses aufzeigen.

Der neue USB-Port würde Probleme lösen, die es beim Surface nicht gibt. Denn es gibt halt nicht nur den „alten“ USB-Port, sondern auch noch den Surface Connector. Das ist der längliche Anschluss, den man auf der rechten Seite der Geräte sehen kann. Dabei handelt es sich nicht nur um den Anschluss für die Stromversorgung, sondern dort wird auch die die Dokingstation angeschlossen. Ich habe darüber ein bis zwei Monitore**, zwei externe Festplatten, zwei Scanner und das Gigabit-Ethernet-Kabel angeschlossen. Das Ganze läuft vollkommen ohne Probleme. Die Dokingstation (ca. 160 €) ist wahrscheinlich etwas teurerer, als es eine USB-C-Dokingstation wäre. Dafür funktioniert sie auch ohne Probleme. Wenn ich mich jetzt einem USB-Typ C-Port und dem Surface-Connector entscheiden müsste, ich würde immer den Connector nehmen.

Dazu kommt, dass das Ladekabel bzw. die Dokingstation über einen Magneten am Platz gehalten wird (wie bei Apple in der guten alten Zeit). Das hat den großen Vorteil gegenüber mechanisch gehalten USB-Stecker: Wenn jemand über das Kabel stolpert, reist es nicht den ganzen Laptop vom Tisch. Der Stecker löst sich einfach. Außerdem glaube ich, dass der Abnutzungseffekt von Stecker und Buchse deutlich geringer ist, als bei einer mechanischen Halterung wie USB.  Wohlwissend, dass man das gesamte Gerät wegwerfen kann, wenn der Anschluss mal den Geist aufgibt. Insbesondere, wenn man mal über das Kabel stolpern sollte.

Ein USB-C-Port wäre schön für mich, aber ohne ist es auch okay für mich, solange es den Surface Connector gibt. Und in ein bis zwei Jahren, bei der nächsten Gerätegeneration, schauen wir nochmal.

 

* Windows 10S kann in 2017 kostenlos auf Windows 10 Pro umgewandelt werden und der Preis: nun ja, den bezahlt man bezahlt für das Design und das Gefühl des Besonderen. Apple fährt seit Jahren damit sehr gut. Wem es nur um die Specs geht, kauft halt die (auch sehr guten und durchaus schönen) Geräte der Mitbewerber.

** zeitweise habe ich auch meinen Monitor mit zwei Kabeln als zwei Monitore angeschlossen. Auch das geht ohne Probleme.